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Die Gastlichkeit des Hotels „zum Goldenen Adler“ schon im 15. Jahrhundert.
1489 wird der Gasthof „ Zum Wyssen Krütz“ genannt. Er lag am
Abfall der Gasse gegen den Schwendeplatz hin, in der Zone der drei Märkte. Das Volk erblickte in diesem „Wyssen Krütz“ oder
– wie das Haus später hiess – im „Goldenen Adler“ seinen ältesten Gasthof.
Die Gaststätte drüften bereits im 15. Jahrhundert aufgebläht und zum Treffpunkt geworden sein.
Von Anfang an sind hier vom „Anken“ und „Chornmärit“ Bauern
und Marktfahrer aller Art ins Haus geflogen, Handwerker tauschen ihre Erfahrungen aus, Angehörige der Zünfte, die
damals an der untern „Meritgasz“ ihre Sitze hatten, Genössige zu Niedergerbern, Niedermetzgern, Niederpfistern und
Niederschuhmacher, die Mitglieder der Schiffleutenzunft, die Herren und Schützen der Gesellschaft „zum Narren und Distelzwang“. 1501 haben auch die Rebleute
sich in der Gasse angesiedelt.
Der nach alten Angaben 1489 errichtete und vermutlich auf drei Geschosse angelegte Bau war wie die
Nachbarhäuser in Stein gearbeitet und zeichnete dem spätern Neubau die Linien vor.
In der Reformationszeit gab es in der Stadt schon eine grosse Zahl von Wirtschaften, in denen, wie es
heisst, die Männer Hab und Gut verprassten, während „ir wib und kind Not liden“ mussten. Die Obrigkeit
regelte daher die Kost- und Zechtarife und verbot alle „Näbend- und Winkelwirthschaften“. Laut einem
Tagsatzungsentscheid von 1532 durften die Wirte für Morgensuppe, Abendbrot und Schlaftrunk nicht
mehr als drei Kreuzer verlangen, einzig den „Uebertrinkern“ konnten sie mehr abnehmen. Kotzende zahlten fünfzig Batzen oder wanderten in den Turm.
Im 17. Jahrhundert gab es in der Stadt ungefähr ein Dutzend Wirtshäuser mit Beherbergungsrecht, zu
diesen zählte auch das „Wysse Krütz“.
1607 wurde Abraham Gut, dem Kreuzwirt an der Gerechtigkeitsgasse, vergönnt, das Schild „zum
wyssen Krütz“ wieder auszuhängen, nur solle er allen Ernstes „inbunden werden“, kein Lampengesindel
und unnützes Volk in sein Haus aufzunehmen, sondern nur „ehrliche Lüt und Gest“. Gut sah daraufhin
auf ein tadelfreies Betragen, und das Kreuz entwickelte sich immer mehr zu einem angesehenen
Gasthaus, das sich von den Kellerpinten und Hintergassenschläuchen wohltuend unterschied.
1764 liess der wegen der Inquisition aus Portugal heimgekehrte Söldnerführer und Oberst Gabriel
Thormann das alte Gasthaus zum weissen Kreuz durch den Stadtwerkmeister Niklaus Hebler neu
aufführen. An der Stelle des alten Kreuzes errichtet er einen Neubau von drei Stockwerken und einem
Laubengeschoss. Er teilte die Fassade des Hauses in sieben fensterachseddn und hob den mittleren,
aus drei Fensterbreiten bestehenden Teil durch zwei bis zum „Dachschermen“ reichende Wandpfeiler
hervor. Die Mittelachse erhielt eine „anmutige Dekoration“ mit Wappenzier, kräftige, auf der Höhe des
ersten und zweiten Stockes durchgehende Gurten betonen die Waagrechte, und schlanke Fenster
„Französischer Art“ lockern den Mauermantel auf. Klug sind die Verhältnisse der Teile zum Ganzen
errechnet. Am 1. Febr. 1766 erlaubte die Regierung die Änderung des Tavernenschildes in einen
goldenen Adler, und bald leuchtete der Rotgezungte doppelköpfige Vogel altreichischer Herkunft über die
Gassenflucht. Der Heblersche Bau hat sich bis auf unsere Zeit erhalten. Er gab nach hinten eien Hof frei,
und noch gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts sah man Rosse und Wagen im Durchgang unter
der Laube verschwinden. Gegen die Junkerengasse hinaus lagen die Ställe und Remisen. Eine breite
Treppe führte zu den „besseren“ Räumen hinauf. Durch eine schmälere gelangte man in die
Dienstbotenzimmer, durch eine dritte in die Wohnung des Stallknecht. Im Erdgeschoss des
Haupthauses befand sich die nicht sehr helle Gästestube, in die von draussen Züge bunten Volkes
hereinströmten, im ersten Stock erglänzte das „eigentliche“ Restaurant, im zweiten lag ein einfacher
Tanzsaal. Während die Gäste früher in gemeinsamen Schlafsälen Unterkunft fanden, erhielten sie jetzt
die im dritten Stock eingerichteten Passantenzimmer. Drunten in den Kellerwirtschaften trug die Wirtin
ihren Kunden Brot und Käse auf – im „Adler“, in der „Krone“, im „Schlüssel“ gab es „opulente Mähler“
deren geringstes, wenn wir einem alten Zeugen glauben dürfen, drei bis vier Stunden währte.
Von den einzelnen Besitzern ist nicht allzu viel überliefert. 1805
war Salomon Bauer der Eigentümer des Adlers. 1811 zank sich ein Chr. Jost in einer Bausache mit den Behörden herum. 1889
taucht ein Ulrich Gerber auf, der Ururgrossonkel des heutigen Besitzers, dann erschient ein Chr. Trachsel, 1896 Fritz Balz, in
dessen Nachkommenschaft bis auf die heutigen Besitzer, Peter und Vreni Balz und ihren Kindern, Caroline und Marc, der Gasthof verblieb.
Im Laufe der letzten Jahre wurde das Hotel renoviert, die Küche den letzten Erfordernissen angepasst.
Die Speiselokalitäten wurden allerdings im alten Berner-Stil
erhalten. Hier sollen sich Hotelgäste und Touristen bei einem guten Essen wohlfühlen. Geschäftsleute aus der Stadt, Arbeiter- und Handwerker aus den Gassen
geben sich beim Schoppen ein Stelldichein. Stadträte und Politiker erholen sich bei einem Glas Wein von ihren anstrengenden Geschäften.
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